Am 20. Januar 2009 habe ich mich bei Twitter angemeldet. Seitdem ist viel passiert und ich muss sagen, Twitter hat mein Leben ordentlich beeinflusst. Was ist in diesem Zeitraum passiert?
monettenom-Blog: Ich habe meinen monettenom-Blog reaktiviert, der ein paar Jahre lang brach lag. Einfach mangels Feedback und Inspiration. Twitter hat das geändert, ich hatte Publikum und viele Anregungen. Zwar haben viele geunkt, dass Twitter dem Bloggen den Garaus machen würde, weil man das, was man bloggen würde, in Kurzform auf Twitter schreiben würde, aber das kann ich nicht bestätigen. Es gibt einfach zu viele Dinge, die man nicht mit ein paar Worten zusammenfassen kann und die kommen eben in den Blog. Artikel, die sich auf 140 Zeichen komprimieren lassen, sind auch nicht würdig, ausführlich gebloggt zu werden.
5000 Follower Fast pünktlich zum Twitter-Jahrestag habe ich tatsächlich die 5000er-Grenze geknackt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich die richtige Following-Strategie gefunden habe, aber es hat geklappt. Ich folge nicht mehr einfach irgendwelchen Leuten, sondern achte sorgfältig darauf, dass es interessante Twitterer sind, die nicht nur spammen. Anfangs habe ich ein paar Tools ausprobiert, bin aber schnell davon abgekommen, weil es mir eine Menge Mist eingebracht hat. Ich habe locker 1000 Leute wieder entfernt, die mir meine Timeline versaut haben. Außerdem habe ich regelmäßig alle wieder rausgeworfen, die mir nicht zurückgefolgt sind.
Das eigentliche Geheimnis ist aber mein selbstprogrammierter PHP-Twitterclient, der automatisch alle Twitterer prüft, die in meiner Timeline auftauchen und diesen folgt, wenn es sich nicht um Spammer handelt. Das hat den Vorteil, dass ich nur Leuten folge, die von meinen Friends erwähnt oder am FollowFriday empfohlen wurden. Dabei handelt es sich in der Regel um Twitterer, die zu dem Zeitpunkt auch aktiv sind und dadurch eine gewisse Chance besteht, dass sie es merken und auch zurückfolgen. Alle die nicht folgen, werden nach einer Weile wieder entfollowed, was aber nicht durch meinen Client geschieht, sondern mittels
http://huitter.com
http://wayati.com Das interessanteste Projekt, das in der Zeit entstanden ist, ist aber Wayati. Dabei handelt es sich um ein Tool, das Twitteraccounts daraufhin überprüft, ob es sich um Spammern und Nervensägen oder um gesittete menschliche Twitterer handelt. Dieses Gebiet hat sich als ideale Spielwiese für die Entwicklung vieler Technologien herausgestellt. Wayati ist objektorientiert in PHP geschrieben (siehe
Doxygen-Dokumentation). Die Analyse erfolgt sprachunabhängig über die Struktur der Tweets. Inhalte werden nicht berücksichtigt und damit ist Wayati auch weitgehend sprachunabhängig, solange es sich um das lateinische Alphabet handelt. Ich habe OAuth integriert und mache heftigen Gebrauch der Twitter-API. Es gibt eine MySQL-Datenbank, in der die Analyse-Ergebnisse gespeichert werden und inzwischen gibt es auch eine eigene Spracherkennung, die später die Sprache einzelner Tweets erkennen und anzeigen soll. Diese Spracherkennung erkennt bereits deutsche, englische, französische, portugiesische und holländische Tweets. Aufgrund des wahnwitzigen Speicherverbrauchs von PHP muss ich aber die Strategie ändern, um noch mehr Sprachen aufnehmen zu können.
Wenn die Spracherkennung fertig ist, kann ich
http://langid.net endlich abhängen, die offenbar mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen haben und oft nicht antworten. Dann wird eine API entwickelt, die anderen Anbietern ermöglicht, Spammer zu filtern, interessante Twitterer zu finden und so weiter.
Nachwuchs: In diese Zeit fällt auch die Geburt unserer Tochter. Darauf hatte Twitter aber keinen Einfluss ;o) Erwähne ich aber trotzdem, weil es einfach das beste Ereignis im ganzen Jahr war.
Mehr als 8000 Tweets: Twitter zeigt zwar weit über 16.000 Tweets an, das beruht aber auf einen der vielen Twitter-Fehler, die ständig auftauchen. Manchmal haben plötzlich einige 1000 Tweets gefehlt und sind dann später wieder aufgetaucht, nun hat sich die Anzahl über Nacht quasi verdoppelt. Ich schätze mal, dass die zusätzlichen 8000 Tweets auch wieder verschwinden.
Leute: Nicht zuletzt muss man natürlich die Twitterer erwähnen, die ich in der Zeit - zwar nicht in RL, aber doch virtuell kennengelernt habe. Einige kannte ich schon von Welt 1.0 (z.B.
@kuenstlerin).
@andreloibl war mein erster Follower, aber inzwischen folgt er mir nicht mehr. Mit
@LadyTesska habe ich in der gleichen Firma gearbeitet, habe sie aber erst später in Twitter kennengelernt. Auch irgendwie witzig.
@grillenverboten hat sich als 5000ster Follower hervorgetan und kriegt daher nochmal eine extra Erwähnung. Seit kurzem twittert auch
@chipsea fleißig - das ist meine Tochter.
@werkarniggel und
@isarnixe möchte ich auch extra erwähnen und all die anderen finden sich in der Liste
@monettenom/bestof. Da sind alle meine #FollowFriday-Empfehlungen drin, die ich aber nicht jeden Freitag erneut twittern möchte. Nervt ja dann auch irgendwann.
@doppelfish wäre da vielleicht noch zu erwähnen, der im gleichen Dorf wie ich wohnt, den ich aber auch noch nicht in RL getroffen habe, was vielleicht auch mal angebracht wäre...
Seltsame Burschen waren auch dabei. Ganz merkwürdig fand ich
@gmerkens, der zwar fleißig meinen Blog kommentiert hat, aber bis heute nicht einen einzigen Follower hat. Das ist schon irgendwie bemerkenswert.
@hornauer, der sich vom Pornofilm-Produzenten zum Chef-Esoteriker und dann zum Kurzzeit-Scientologen gewandelt hat, ist auch eine Marke für sich. Oder
@tauss, der mich davon abgehalten hat, mich den Piraten anzuschließen. Ein paar intolerante humorlose Homosexuelle waren dabei und auch mein dauerbekiffter Bruder
@manatmouse der jetzt Musik für Raumschiffe macht, aber schon seit einer ganzen Weile nicht mehr twittert.
Achja, neben
@monettenom gibt es auch noch einen Account für meinen Eso-Shop
@esoshopping und einen für
@wayati.
Monetäres Auch ein paar Versuche, mit Twitter ein paar zusätzliche Kröten zu verdienen waren erfolgreich, wobei sich dieser Erfolg insgesamt auf vielleicht 120 Euro beschränkt, die ich hauptsächlich mit
http://be-a-magpie.com verdient habe. Ein paar Werbekampagnen waren recht erfolgreich und haben pro Tweet 7 Euro gebracht. Andere wurden zwar freigeschaltet, haben aber gar nix gebracht oder wurden erst gar nicht getweetet.
Amazon bietet auch eine Möglichkeit an, über das Partnerprogramm Tweets zu posten. Dabei muss man aber viel Mühe investieren, um wirklcih interessante Produkte zu finden und auch die Tweets ordentlich zu formulieren. Die Erträge liegen aber im Cent-Bereich und daher werde ich mich damit auch nicht weiter aufhalten.
Der Blog hat finanziell so gut wie gar nix gebracht. Er ist bei Linklift eingetragen und so kommen jeden Monat auch ein paar Euro rum.
Fazit: Insgesamt kann ich fazitieren: Twitter hat mir im letzten Jahr jede Menge Unterhaltung, Inspiration und Albernheiten beschert und wird das sicher noch weiter tun.